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Das Haus in der Heugasse 15 wird „Das Haus zum Wolf“ genannt. Bis vor einigen Jahren war auch noch eine Wolfsstatue auf einer Säule an der Ecke zur Strohstraße zu sehen. Leider hat diesem Wolf die Schwerkraft derart zu schaffen gemacht, dass er herunter fiel. Man sagt, dass er von einem freundlichen Herrn aufgenommen wurde und nun ein Wohnzimmer ziert...

Der älteste Teil des Kellers wurde um 1250 erbaut. Noch heute befinden sich dort unten neben dem Kühlhaus und weiteren Lagerräumen riesige Weinfässer mit bis zu 500 Litern Fassungsvermögen. Diese stammen aus der Zeit, als das Haus unter anderem als Küferei genutzt wurde. Das war bis etwa 1950 der Fall.

Im vorderen Raum des Siggis wurde damals noch Wein und Schnaps verkauft. Die Verkaufstheke kann man heute noch in der Vorhalle sehen.

Der Schnaps wurde auch im Siggis gebrannt. Die Anlieferung der Rohstoffe erfolgte über die Webergasse - dort wo sich heute die Toiletten befinden.

Die Stuckdecke des vorderen Gastraumes wurde 1701 von den italienischen Künstlern Pietro Francesco Appiani und Giovanni Niccoló Perti stuckiert. Beauftragt wurden sie vom damaligen Hausherrn, dem Amtsarzt Dr. Johann Friedrich Bilger. Ungewöhnlich ist, dass sich dieser Prachtraum im Erdgeschoss befindet, und nicht, wie damals üblich, im ersten Obergeschoss, wo sich sonst die Wohnräume der Herrschaft befanden. Gleich gegenüber im Fürstenfelder Hof  kann man ein weiteres Kunstwerk der beiden Italiener bewundern. Dort schmückt ihr Stuck im 1. Obergeschoss die Restaurantdecke.


Stuckdecke

Sehr zu meinem Bedauern befindet sich die Decke in einem restaurierungsbedürftigen Zustand. Dies nicht zuletzt deshalb, weil vor mehreren Jahren unsachgemäß eine braune Farbe auf den Stuck aufgetragen wurden, die heute nicht mehr hält. Da dieses Kunstwerk unter Denkmalschutz steht, darf die Restaurierung nur von ausgebildeten Restauratoren durchgeführt werden. Dem Hausbesitzer liegt dafür ein Kostenvoranschlag vor, der sich auf 40.000 Euro beläuft.

Also nehmen wir die Decke eben einfach so wie sie ist, und bewundern das Können der damaligen Meister.

Über dem Eingang in der Vorhalle kann man einen barocken Herrn mit riesiger Perücke sehen. Direkt daneben ein überquellendes Füllhorn als Zeichen des Wohlstandes.

Im Innenraum, direkt über der Tür, ließ im 18. Jahrhundert der Stadtamtmann Andreas Friedrich Weinland das Allianzwappen Weinland-Walliser anbringen. Es zeigt einen Hund, der einen Hasen für seinen Herrn apportiert. Dies soll ein Sinnbild für die eheliche Treue sein.

Julius Motteler wurde in diesem Haus im Jahr 1838 als 9. von 12 Kindern in eine wohlhabende Familie geboren. Er wurde führendes Mitglied der frühen deutschen Arbeiterbewegung. Als Vertreter der Linken war er an der Gründung von Vorläuferparteien der SPD beteiligt.

Das Siggis, wie wir es heute kennen, wurde ca. 1980 von Siggis Mutter eröffnet. Einige von euch kennen vielleicht noch die eine oder andere Geschichte aus dieser Zeit... Sie alle zu erzählen, würde diesen Rahmen sprengen.

Ein kleiner Aufruf an diejenigen, die vielleicht noch Bilder von damals bei sich zuhause haben: Ich würde mich sehr freuen, diese einmal zu sehen. Denn leider konnte ich Siggi nicht mehr persönlich kennen lernen.


post@lolas-esslingen.de